ig väter schweiz – weblog

väter wehren sich gegen behörden — und mütterwillkür — und für eine gleichberechtigte kinderbeziehung

Archiv für die Kategorie ‘texte’

Redewendungen, Zitate, Anthologien

Goldene Regel

Geschrieben von vaeterschweiz - 22. November 2010

„Was du nicht willst, dass man dir tu’, das füg’ auch keinem anderen zu.“

….als allgemein gültiges, einsehbares und ethisches Verhalten!

Veröffentlicht in texte | Kommentar schreiben »

Finale

Geschrieben von vaeterschweiz - 22. November 2010

“Wir werden von einem Leiden nur geheilt, indem wir es bis zum Letzten auskosten”

von Marcel Proust (an BB)

Veröffentlicht in texte | Kommentar schreiben »

Biogemüseanbau

Geschrieben von vaeterschweiz - 14. September 2010

“Sie müssen wissen, ich bin Vegetarier aus ethischen Gründen. Sicher, ich gebe zu, es darf und kann schon angenommen werden, oder aber, es ist sicherlich auch schon vorgekommen, dass ein Vegetarier ein Kind getötet hat. Mir selbst zumindest wäre nicht bekannt, dass es wissenschaftliche Erkenntnisse dazu gäbe, ob Vegetarismus für sich genommen irgendwie aggressionshemmend wäre, höchstens gäbe es vielleicht Statistiken dazu, die belegen würden, dass bei Vegetariern aus Überzeugung gewisse Grundüberlegungen hinsichtlich ethischer Handlungsweisen in Bezug auf Tiere und demzufolge auch auf Menschen naheliegender sein könnten, als bei der grossen Mehrheit von Fleischvertilgern, die ohnehin vom Diktat der Wirtschaft und damit des Staates, sowie von der Macht der Werbung an der Nase herumgeführt werden.” Mann konnte nicht umhin, sich ob dieser Gedanken innerlich zu erheitern, war aber zugleich selbst erschrocken, ob seiner Polemik, da er annahm, dass keiner der Anwesenden seinem etwas sonderbaren Zynismus und seiner diffusen Ironie folgen konnte. Es waren alles Vertreter pflichtbewusster Rechtschaffenheit, die hier im Gerichtssaal sassen. Zumindest nach aussen hin, gaben sie vor es zu sein. “Was in diesem Zusammenhang die eigentliche Frage aufkommen lässt, wie es einer Frau und Mutter gelang, jemanden wie mich bei den verantwortlichen Behörden zu diskreditieren mit einer Aussage, wie sie hege Ängste, ich, der Vater ihres Kindes, könne vielleicht eine Kindstötung in Betracht ziehen, und ich meine – wie gelang es ihr persönlich überhaupt ihrem eigenen Gewissen gegenüber solches zu äussern und wie gelingt es ihr heute, eine solche Aussage überhaupt aufrecht zu erhalten? Sie hat es ja nie offiziell dementiert. Nun, mir ist natürlich bekannt, dass es Frauen eher einfach haben, das männliche Geschlecht als aggressiv, gewaltbereit und potentiell gefährlich darzustellen. Besonders wenn es darum geht damit persönliche Ziele zu erreichen. Gerade unterwürfige Frauen mit wenig Selbstwertgefühl neigen dazu, stärkere Menschen auf eine feminine und intrigante Weise zu diskreditieren und, wie in diesem Fall, die Justiz und Vormundschaftsbehörden für ihre Zwecke zu missbrauchen! “Mann beunruhigte, dass er nun seine Stimme etwas zu laut werden liess, der Richter hob den Kopf und blickte, wie ihm schien abweisend in seine Richtung. Mann hatte sich vorgenommen eine dezente ruhige Redeweise zu pflegen, aber die Erinnerungen an die von Herrsch gemachten Aussagen damals, zu einem Zeitpunkt, als er noch daran glaubte mit ihr vernünftig reden zu können und dies auch tat, legte in ihm Gefühle frei, die er als bereits überwunden glaubte. Mit diesen Aussagen hatte Herrsch den Kampf eröffnet. Sie hatte den Pfad der Fairness längst verlassen. Sie war für ihn nicht mehr die Mutter seines Sohnes, sondern sie war zu einer für ihn fremden Person geworden. Sie hatte sein Freundschaftsangebot ausgeschlagen, seine Angebote das Kind angemessen finanziell zu unterstützen, für es gemeinsam zu sorgen. Vermutlich war er in ihren Augen auch ein Fremder, so ein Typ halt, der Gattung Mann angehörend, die sie zwar zur Bestätigung ihrer verblassenden Weiblichkeit brauchte und als zeitweilig angenehm empfand aber gleichzeitig auch als bedrohlich und denen sie deshalb nie Nahe sein konnte, deren Natur sie nicht annähernd begriff. Von ihren Typen, neuen Bekanntschaften aus dem Internet, erhielt er in jüngster Zeit sporadisch Schmähbriefe, in denen er beschimpft wurde. Frauenversteher, dachte er, alles Frauenversteher. Dumm, einfältig, undifferenziert. Er reagierte auf solche Schreiben mittlerweile nicht mehr. Mann fuhr fort: “Gerade ich, der ich mich als wenig gewaltbereit, ja geradezu sensibel in diesem Bereich einschätze, sah mich solchen, wie ich glaube, vorgeschobenen Ängsten einer Frau ausgeliefert. Man weiss ja, wie man auch aus aktuellem Zeitgeschehen ablesen kann, dass Frauen generell immer ein offenes Ohr finden, wenn sie sich als schwaches Geschlecht dazustellen versuchen. Je nach Nutzniessung: Einmal schwach, dann wieder stark im Austeilen und Denunzieren.” Frauenversteher sind rasch bei Fuss und es ist kaum von der Hand zu weisen: Eros spielt dabei eine nicht unwesentliche Rolle, aber auch die verabsolutierte Symbolik von Mutter-und-Kind wird gedankenlos einbezogen. Den letzten Gedanken sprach Mann nicht aus, vermutlich würde sich der Richter selbst betroffen fühlen.“Interessant ist bei all dem auch die Tatsache, dass dieselbe Frau mir gegenüber vor kurzem dementiert hat, damals solcherart von Beschuldigungen gegenüber den Behörden vermittelt zu haben. Nur, pikant ist, dass entsprechende Aussagen in den Akten selbst Niederschlag fanden, die ich unter weiser Voraussicht einzusehen verlangt hatte. Ich frage Sie, wer lügt da? Ist es die Behörde, die ihre sogenannten Massnahmen zur Kindsentfremdung gegen etwelche Einwände absichern wollte, oder ist es die Mutter, die ein Doppelspiel betrieb. Ich selbst glaube an die Version des Doppelspiels dieser Person, möglich dass die Behörden darauf hereingefallen waren, es wäre ihre Aufgabe gewesen den Wahrheitsgehalt solcher Beschuldigungen, die als Ängste daherkamen zu überprüfen. Ein psychologisches Gutachten hätte ich jedoch aus eigener Tasche bezahlen müssen. Die Behörden zweifelten ja nicht an der Version dieser Frau.” Mann lehnte sich im unbequemen Stuhl zurück. Er wusste, dass seine vorgetragenen Ausführungen beim Richter kein Gehör finden würden und der Gerichtsschreiber reduzierte ohnehin alles was er sagte auf ein Minimum, das wusste er aus früheren Verhandlungen. So konnten ihm nicht einmal die Akten dienlich sein. Dafür waren sie geschult, die Gerichtsschreiber. Die Juristerei, so schien es Mann, hatte eher etwas von einem Glücksspiel. “Machen sie ihre Sache gut vor Gericht”, legte ihm sein Anwalt nahe, bei dem er einige Tage zuvor zu einer wenig erbauenden Besprechung geladen wurde. “Weshalb meinen Sie? Ich kann ja nichts mehr dazu beitragen”. “Nun, sie werden befragt werden darüber was sie den ganzen Tag tun, so ohne Arbeit”. Mann war erstaunt und enttäuscht. Der Anwalt war schlecht vorbereitet. Er verwechselte Sachverhalte und Mann musste Inhalte richtig stellen. Ja was hiess denn gut? Mann wollte sich weder anbiedern noch wollte er den Eindruck eines Gutmenschen erwecken, der er nicht war. Er war ein Mann, er war Vater. Er wollte früher nur eines, er wollte sein Kind sehen. Das begriffen die Gesellen auf den Behörden nicht, noch viel weniger diese Mutter, die er verachtete für ihre Unredlichkeit, für ihre Lügen. Er wollte Gerechtigkeit. Nur die gab es für ihn nicht mehr. Er versuchte für sich zu retten, was noch zu retten war, wenn überhaupt. Ein Kampf um das Kind hatte er längst aufgegeben, auch den Kampf für eine Rehabilitation seines Ansehens. Dieses war ihm heute egal. Es gab kein Ansehen mehr zu rehabilitieren. Es war ihm egal, wie Vertreter dieses Staates, wie diese Frau von ihm dachten. In seinen Augen handelte er redlich genug. Er hatte ein Kind, er wollte eine Beziehung zu diesem Kind, das war alles. Angesichts der uneinsichtigen Gegnerschaft, die jegliche konstruktive Lösung ablehnte war es nur zu verständlich, dass auch mal harte Worte aus seinem Mund fielen. Die Frau liess sich vertreten. Sie musste selbst nicht erscheinen und dazu Stellung nehmen, warum sie all die Bosheiten verbreitet hatte und damit eine Dynamik lostrat, die nun in der Obhut des Staates lag. Sie selbst hatte ja die Obhut über das Kind und damit aller Freiheiten zu tun und zu lassen was sie wollte. Sie selbst liess das Kind fremd betreuen. Er sah es an den Aufstellungen der Kosten, die sie wegen dieses Verfahrens für das Gericht zusammenstellen musste. Sie liess das Kind durch einen Beistand vertreten, hier vor Gericht. Es war dieselbe Person, die vor Jahren mit ihrer Macht und zweifelhaften Kompetenz, empfahl das Kind dürfe ihn nicht ohne fremde Aufsicht besuchen, dieselbe Person, die jegliche seiner Vorschläge abgelehnte hatte – aus “verwaltungsökonomischen Gründen”, wie ihm beschieden wurde.

 

Veröffentlicht in texte | Kommentar schreiben »

Fragment Unfall

Geschrieben von vaeterschweiz - 10. September 2010

Ihm kam es vor als wäre die Begegnung mit der Herrsch ein Unfall gewesen. Er versucht es sich auf diese Weise zu erklären.
Mit dem Bild des Unfalls.
Ein Unfall, ein Missgeschick.
Eine Lapalie des Lebens.
Eine Abzweigung auf dem Weg.

Die Folgen eines Unfalls können eine Verletzung sein, eine Lähmung, der Tod.
Der Tod kann auch nach langer Krankheit erfolgen.
Oder selbst gewählt

Mann nennt es ein vom Schicksal bestimmtes Ereignis. Nichts vorbestimmtes also (jener Konsens des Glaubens, der bei Herrsch vordergründig und esoterisch ist). Der ganze Esoterikunsinn (es will dir was zeigen, das ist die Strafe, Gott wollte es so usw).

Kausalitäten gibt es, sind aber weitgehend selbstbestimmt.

Veröffentlicht in texte | Kommentar schreiben »

Die Angelrute

Geschrieben von vaeterschweiz - 8. September 2010

Zwei Hobbyfischer auf der andern Seeseite bekleidet in ihren typischen grünen Uniformen und Gilets wo sie alle möglichen Utensilien für ihre sonderbare Tätigkeit unterbrachten und griffbereit hielten, waren noch zugegen. Er konnte diesem Stehen an Gewässern nichts abgewinnen, zumal man dann das Ergebnis, dieses Wartens, den nach Wasser schnappenden glitschige Fisch, totschlagen musste. Dazu gab es ja in diesem Land auch Verordnungen und Gesetzte neuerdings. Es gab die, von aktiven Tierschützern durchgesetzte Weisung, dass der Fisch innerhalb eines bestimmten Zeitraums, nämlich Sekunden, mit einem Holz oder dergleichen und mit einer genau definierten Bewegung totgeschlagen werden und zusätzlich noch ein Kiemenschnitt angebracht werden müsse. Als junger Bub ging Mann einfach fischen und damit basta. Er dachte an die Millionen und Milliarden Fische, die in Fangnetzen auf den Weltmeeren verendeten und auf unsern heimischen Tellern landen. Er dachte an die Milliarden Säugetiere die in dunkeln Ställen dahin vegetieren und in Schlachthöfen abgemurkst werden. Irgendwie ist das alles etwas irrational, dachte Mann, eine solche Vorschrift einen einzelnen Fisch in einer bestimmten Zeitspanne totzuschlagen und dies auch noch mittels einer Prüfung unter Beweis stellen zu müssen bevor man eine Angel in die Hand nehmen durfte. Ach, wie Rechtschaffen wir doch alle sind in unserem kleinen engen Land. Als er letzten Sommer für seinen 5-jährigen Sohn eine Fisscherrute kaufte und sich kundig machte ob er nun einen Waffenschein dafür bräuchte, fand er es zu kompliziert die Rute überhaupt zu benutzen, zum grossen Bedauern des Kindes natürlich. Vom eigenen Kajak aus, mit dem sie zu Hause oft zusammen den nahe gelegenen See befuhren, durfte man nicht fischen. Dies war den Berufsfischern vorbehalten, oder solchen die ein Patent innehatten, wofür anscheinend neuerdings auch noch eine Prüfung abzulegen war. Die Uferzonen waren weitgehend Naturschutzgebiet und so wäre ein intensives Studium einschlägigen Kartenmaterials notwendig gewesen, um sich auch nur einigermassen auszukennen. Dann fand er heraus dass der vormontierte Angelhaken einen Widerhaken aufwies, was ja eigentlich sinnvoll wäre, bedachte Mann, angesichts der Tatsache wie widerwillig sich Fische gebärden, wenn sie an einem Faden an die Wasseroberfläche gezerrt werden und instinktiv wahrnehmen, dass sie den nahen Tod vor Augen haben. Also musste Mann dem Sohn erläutern, dass er nun diesen widerlichen Widerhaken abfeilen müsse, damit er Gesetzeskonform ins Wasser geworfen werden dürfe, was sie dann schliesslich nie taten und an Stelle den Haken einem Fisch anzubieten, einen Drachen an die Angelrute banden der mit der langen Angelschnur weit höher flog als die sonst üblichen – auch dafür gab es ja Gesetze – und zudem wegen der ausgefeilten Mechanik von gängigen Angelrollen auch noch viel einfacher zu handhaben war. Er strafte die Fischer drüben mit Verachtung. Meist sind es alternde graue Männer mit dicken Bäuchen, wie diese da. Einer von ihnen trug gar einen ähnlichen Zwergenbart, wie der von Herrsch eingesetzte Beistand, um die von ihr georderten Alimente möglichst nicht reduzieren zu müssen. Mann spürte Aggression und Feindseligkeit diesen Männern gegenüber aufkommen, weniger den Männern selbst, als dem was sie anscheinend vertraten. Wie sehr verachtete er diesen Beistand, diesen Beamten, mit seiner schematischen Wahrnehmung, die, wie es Mann schien, sich auch in seiner ganzen äusseren Erscheinung ausdrückte.

Den Rest des Beitrags lesen »

Veröffentlicht in texte | Kommentar schreiben »

Das Paket

Geschrieben von vaeterschweiz - 3. April 2010

Das Packet würde Mann an den Absender zurücksenden, das war gewiss. Er konnte es sich nicht erklären weshalb ihm die Schule, wo sein Sohn seit einem halben Jahr in die erste Klasse ging, ihm zu Beginn dieses neuen Jahres ein Packet zusandte.

Er vermutete, dass die Mutter erneut ihre Intrigen flocht. Wer, oder was tatsächlich dahinter steckte konnte er nicht ausmachen. Keine Angabe eines Lehrkörpers, nur die Absenderadresse der Schule, kein Begleitbrief. Vermutlich ein verspätetes Weihnachtsgeschenk. Vielleicht hatte ja die Mutter selbst das Paket gesendet, vielleicht  bereute sie – endlich – vielleicht. Er verwarf diesen, ihm absurd erscheinenden Gedanken sofort wieder.

Er hatte es ihr bereits Wochen zuvor erklärt, in einer Email. Auf einer solchen Ebene wollte er nicht mehr kommunizieren. Sie stand zwischen ihm und seinem Sohn. Zusammen mit den Behörden und der Anwältin, die sie auf ihn angesetzt hatte. Sie traten auf seinen Füssen herum, beschwerten sein Leben.

Sie wollten es nicht zulassen, dass ihr Sohn seinen Vater  unbeaufsichtigt sehen durfte. Nun wollte er auch keine Pakete mit Zeichnungen und dergleichen von ihm – oder von ihr zugestellt erhalten. Finanziell musste er längst unten durch. Aber sie bekämpften jede Eingabe auf Reduktion der Zahlungen. Der mittlerweile angewachsene Schuldenberg belastete ihn.

Nein, nicht auf diese Weise! Der jahrelange Kleinkrieg mit dieser Mutter hatte ihn geprägt, sein Leben und damit auch dasjenige seiner neuen Familie die vergangenen Jahre bestimmt.

Was soll dieses Spiel, dachte er. Er wollte sich nicht mehr beteiligen an dieser Auseinandersetzung. Er wollte sich nicht weiter mit seinen Gefühlen engagieren. Er hatte endgültig genug. Mit dem Beginn des neuen Jahres wollte er auch die Vergangenheit ruhen lassen. Es würde ihm nicht vollends gelingen, das wusste er. Es war ein erster Schritt, davon war er überzeugt.

Sie hatte sich nie engagiert. Sie hatte ihm kaum je geantwortet. Sie liess die Behörden sprechen für sie und ihre Anwältin. Sie verteidigte ihr Kind. Sie schützt es vor ihm. Er war eine Gefahr für das Kind, so dachte sie, musste sie denken.

Er insistierte, bettelte, bat darum seinen Sohn regelmässig sehen zu dürfen, dass er ihn bei sich zu Hause besuchen dürfe und auch mit seinem kleineren Bruder spielen könnte. Nur dies, nur dies Eine. Sie hatten Macht. Diese Mutter, zusammen mit ihren Behörden hatten diese Macht ihm zu verweigern seinem Verlangen nachzukommen. Er verstand es nicht, hatte es nie verstanden, weshalb sie ihm und vor allem diesem Kind solches antaten.

Das Paket, das vor ihm lag war das erste, das er je erhielt. Er würde es postwendend wieder zurücksenden und damit war es vermutlich auch das letzte. Er wusste, sein Sohn wünschte sich einen Vater. Er kam nun in das Alter, wo er selbstständiger denken und Bedürfnisse artikulieren konnte. Es war ein Zeichen von ihm. Trotz allem.

Er überlegte ob er das Paket öffnen sollte. Zu gerne würde er erfahren, was sich darin befand. Sorgfältig löste er das Klebeband welches das Packpapier festhielt. Er wollte es nicht zerreissen, Er wollte den Eindruck erwecken es sei ungeöffnet verblieben.

Er entdeckte ein Foto von seinem Sohn und Zeichnungen mit Grüssen darauf, in der ungelenken Schrift eines 7 ½ -jährigen Jungen. Er war gerührt. Dieses schöne Kind. Es schmerzte ihn, dass die langjährige Geschichte auf diese Weise enden musste. Er selbst wollte keine Fortsetzung mehr. Er wollte einen Schlussstrich ziehen. Er hatte genug. Genug von diesem unsinnigen Kampf, den er führen musste und den er nun verloren hatte.

Sicher, die Geschichte ging weiter, aber getrennt. Getrennt für seinen Sohn und getrennt für ihn selbst – und vor allem für die Mutter. Mit dieser wollte er nichts mehr zu tun haben.

Jahrelang hatte er Informationen von seinem Sohn verlangt, was er so mache, welche Interessen er habe, bat um ein Bild von ihm. Nichts. Er, Mann, solle doch den Hausarzt fragen, beschied man ihm. Der schrieb ihm nur, dass sein Sohn gesund sei und sich physisch normal entwickle. Nie erfuhr er in den Jahren zuvor von dem schweren Autounfall, den er glücklicherweise unbeschadet überstand. Der Fahrer jedoch, eine damalige flüchtige Bekanntschaft der Mutter überstand ihn nicht. Nie erfuhr er auch, dass seinem Sohn die Zähne abfaulten mit zwei Jahren, wegen des Milchzuckers, weil sie ihn so lange an ihrer Brust nuckeln liess. Vieles wusste er nicht. Aber vieles wurde ihm klarer, als sie ihm dies alles erzählte in einer ihrer kurzen schwachen Momente vor zwei Jahren, als er ihr und seinem Sohn zufällig auf der Strasse begegnete und ihm klagte wie viel Geld sie für die Reparatur der Zähne ausgeben musste.

Er mochte nicht weiter darüber spekulieren, ob vielleicht jemand aus der Schule Mitleid mit dem Jungen hatte, und ihm dabei half seinem Vater ein Zeichen zu senden. Aber dann wäre sicher ein Begleitbrief dabei gewesen, eine Erklärung, dachte Mann.

Er hatte sich entschieden, die Geschichte ruhen zu lassen und nicht weiter nachzuforschen, oder Überlegungen anzustellen, wie er es doch noch erreichen konnte, dass sein Sohn ihn sehen durfte. Er hatte ihr vor Ende Jahr geschrieben unter welchen Umständen er bereit wäre die Konflikte beiseite zu legen und deinen Neuanfang zu wagen. Sie hatte ihm nicht geantwortet. Nun war es entschieden. Das Paket kam zu spät. Es wäre eine zu späte Einsicht sollte es damit zu tun haben, dass er ihr seinen Entscheid zuvor mitgeteilt hatte.

Er legte den Inhalt des Pakets wieder zurück und schloss das Packpapier sorgfältig wieder mit demselben Klebeband zu. Es haftete noch. Von aussen war dem Paket nicht anzusehen, dass es geöffnet wurde. Er klebte auf die Oberseite des Pakts ein Couvert mit einem Schreiben und verfasste eine Kopie davon an die Behörde, die Anwältin und die Mutter selbst, worin er noch einmal seine Gründe für seinen Entscheid darlegte und diesen bekräftigte Dann ging er zur Poststelle. Er trug das Paket vor sich hin, wie eine Urne und übergab es dem Schalterbeamten. Endlich frei dachte er. Er würde sich nun befreien, von diesem täglichen Gedanken an seinen Sohn. Er fühlte eine Leichtigkeit.

Er wusste, dass sie überall ihr Leid klagte und weiter klagen würde – so wie sie es empfand. Sie konnte die Menschen beeindrucken mit ihrer Art. Sie hatte Erfolg, das war offensichtlich. Sie war initiativ mit Erkundigungen einholen über ihn. Sie war sich selbst nicht zu schade sogar bei seinem ehemaligen Arbeitgeber nachzufragen weshalb er die Stelle verlor. Er erachtete dies als Übergriff, als Bestätigung ihres intriganten Handelns. Er war schockiert, als sie dies vor Gericht gar stolz vortrug und behauptete, er hätte absichtlich seine Kündigung provoziert. Ihre Verweigerung zu einer Alimentereduktion bekräftigte sie. Es gäbe kein Verhandlungsspielraum. Er solle richtig arbeiten gehen. Er solle seine Selbstständigkeit aufgeben und mehr verdienen, dann könne er auch die Alimente zahlen, die seinem damaligen hohen Einkommen zu Grunde lagen.

Erstaunlich ist es, wie leicht Menschen mit Gerüchten und Behauptungen zu erreichen sind. Selbst Gerichte. Fakten zählen wenig. Die meisten glauben fast alles. Sie wollen es glauben. Es ist leichter. Man sieht dies jeden Tag in den Boulevardmedien. Grenzgänger zwischen Fakten und erfundenen Geschichten. Die Medien erzeugen auf diese Weise ihre Auflage. Eine Mutter erzeugt Mitleid und ruft Beschützerinstinkte hervor. Sie kann sich auf ihre Opferrolle berufen. Das Idealbild „Mutter und Kind“ prägt die Meinung. Es ist Sakrosankt. Der Mann hat sie ja sitzenlassen mit dem Kind. Soll er doch bluten.

Die Ungerechtigkeit, dass er sein Kind nicht aus freien Stücken sehen durfte konnte er nicht begreifen. Er würde es nie begreifen können. Er musste es akzeptieren, dass die Mutter und die Behörden, ihm nicht zugestanden eine freie Beziehung mit seinem Sohn zu führen und vor allem aber, dass sie die Macht in diesem Land besassen dies auch durchzusetzen. Das Gesetz gab  ihnen das Recht dazu. Er kämpfte zwar mit demselben Recht. Sie nutzen dessen Spielraum gegen ihn und gegen seinen Sohn. Weshalb sie dies taten wussten nur sie selbst. Sie wollten ihn beaufsichtigen, während er mit seinem Sohn zusammen war. Ausgerechnet ihn. Er hatte stets gesagt, dass dies für ihn kein Verhandlungspunkt sei. Er hatte sich nichts vorzuwerfen.

Das Gesetz besitzt keine Moral, nur die Menschen die es anwenden. Er hatte immer beklagt, dass diese Behörden unmoralisch handeln würden. Nicht redlich zumindest. Sie dachten nur daran ihr Gesicht zu wahren, sie dachten verwaltungsökonomisch. Sie gingen auf Nummer sicher und nahmen in Kauf, dass das Kind ohne Beziehung zu seinem Vater aufwächst. Nun, es war jetzt nicht mehr seine Verantwortung. Er war nicht mehr dabei, bei dieser Geschichte.

„Für einen Streit braucht es immer zwei“, so die lapidare Schlussfolgerung des einfachen Gedankengangs. Damit soll zwei Streithähnen zugestanden werden sich unbehelligt die Köpfe einzuschlagen, resp. ausgedrückt werden, dass wenn Zwei sich streiten es zugleich auch zwei Schuldige gäbe. In der Grundaussage selbst ist dies zwar korrekt und faktisch unwiderlegbar, so doch in deren folgenden Interpretation allzu vorschnell gedacht, wenn damit jegliche Schuldfrage ausgeblendet werden soll!

Für einen Verkehrsunfall bräuchte es ebenfalls zwei, zumindest, wenn man den Selbstunfall als Annahme ausscheiden würde: Fährt einer auf der falschen Fahrspur und der korrekt Fahrende könnte nicht mehr ausweichen, so wäre die Schuldfrage auch juristisch zu klären. Es wäre ein klarer Regelverstoss. Und – vielleicht wäre ja nicht der Fahrer auf der Gegenfahrbahn selbst der Schuldige, sondern seine Beifahrerin, die ihm ins Steuerrad gegriffen hätte? Diese Frage nicht zu klären wäre zumindest als nachlässig einzustufen, insofern es Überlebende gäbe – was nicht in jedem Fall zuträfe.

Schade hat sie diesen Unfall vor Jahren überlebt hatte, dachte er.  Er hätte ihr keine Träne nachgeweint. Zu sehr hasste er diese Frau, wenn er daran dachte, wie sehr sie ihm geschadet hatte. Dem Kind hätte er es nicht gönnen wollen. Er zweifelte nicht daran, dass sein Sohn seine Mutter liebte. Nur er war ausgeschlossen worden von ihr, ausgestossen in seinem Menschsein, als Person, als Vater, ein Abgelehnter.

Sie wollte das Kind für sich. Nun hatte sie es ganz für sich. Er fragte nicht mehr danach.

Veröffentlicht in texte | Getaggt mit: | Kommentar schreiben »

Das Gesetzt hat keine Moral

Geschrieben von vaeterschweiz - 30. März 2010

Das Gesetz verfügt über keine Moral an sich, nur die Menschen die es anwenden. Er hatte immer beklagt, dass diese Behörden unmoralisch handeln würden. Nicht redlich. Sie dachten nur daran ihr Gesicht zu wahren. Sie gingen auf Nummer sicher und nahmen in Kauf, dass das Kind ohne Beziehung zu seinem Vater aufwächst. Es war nicht mehr seine Verantwortung. Es war diejenige der Mutter.

Veröffentlicht in texte | Kommentar schreiben »

Der Unfall

Geschrieben von vaeterschweiz - 30. März 2010

“Für einen Streit braucht es immer zwei”, so die lapidare Schlussfolgerung des einfachen Gedankengangs. Damit soll zwei Streithähnen zugestanden werden sich unbehelligt die Köpfe einzuschlagen, resp. ausgedrückt werden, dass wenn Zwei sich streiten es zugleich auch zwei Schuldige gäbe. In der Grundaussage selbst zwar korrekt und faktisch unwiderlegbar, so doch in deren Interpretation allzu vorschnell gedacht, wenn damit jegliche Schuldfrage ausgeblendet werden soll! Für einen Verkehrsunfall bräuchte es ebenfalls zwei, zumindest, wenn man den Selbstunfall als Annahme ausscheiden würde: Fährt einer auf der falschen Fahrspur und der korrekt Fahrende könnte nicht mehr ausweichen, so wäre die Schuldfrage auch juristisch zu klären. Es wäre ein klarer Regelverstoss. Und – vielleicht wäre ja nicht der Fahrer auf der Gegenfahrbahn selbst der Schuldige, sondern seine Beifahrerin, die ihm ins Steuerrad gegriffen hätte? Diese Frage nicht zu klären wäre zumindest als nachlässig einzustufen, insofern es Überlebende gäbe – was nicht in jedem Fall zuträfe.

Weshalb es in unserer Gesellschaft einer Frau zugestanden wird einem Mann ohne dessen Zustimmung ein Kind “anzuhängen” müsste schlüssiger diskutiert werden.

Die Frau hat ein Recht auf ihr befruchtetes Ei, auf ihr Embryo, so das geltende Credo. Der Mann hat sich diesem Verdikt unterzuordnen und die finanziellen Konsequenzen zu tragen. Die Zustimmung des Mannes wird bereits aus dem Unstand abgeleitet, das sich die Frau von ihm besamen liess. “Es braucht immer zwei dazu”, so die ebenfalls lapidare Schlussfolgerung.

Veröffentlicht in texte | Kommentar schreiben »

…dumm ist’s gelaufen

Geschrieben von vaeterschweiz - 15. März 2010

…dumm ist’s gelaufen
erkennt Mann heute
von einer solcherart veranlagten Person
umgarnt worden zu sein
bald 10 Jahre ist’s her
die einzige Macht,
die sie über ihn hatte
war ein Kind
als Druck- und Erpressmittel
ein Kind, dem er
Vater zu sein wünschte
letztlich unwichtig ist es geworden
das Kind, auch für ihn – aus Not
sie sagt:
“so ist halt der Lauf der Dinge”
und er meint:
das sagen alle, die Verantwortung für ihre Taten ablehnen
und sich dabei auf das Recht der Stärkeren berufen
… nun
so sei es denn
gegen Windmühlen zu kämpfen
soll nicht zum (Lebens-) Inhalt werden

Dummheit ist allgegenwärtig
Doch dies macht es nicht minder unerträglich

Veröffentlicht in texte | Kommentar schreiben »

Das moralische Prinzip

Geschrieben von vaeterschweiz - 12. Dezember 2009

“Das moralische Prinzip sollte über dem juristischen stehen. Gerechtigkeit – das ist Übereinstimmung mit dem juristischen Recht.”

Solschenizyn 1990

Veröffentlicht in texte | Kommentar schreiben »

 
Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.